Auswahlkriterien für Stretchfolie: So treffen Sie die richtige Entscheidung

Drei Kriterien entscheiden über die richtige Stretchfolie: Folienstärke passend zum Ladegewicht und zur Kantenschärfe, die erreichbare Vordehnung am Wickelsystem und die Transport- sowie Lagerbedingungen der Route. Für die meisten Anwendungsfälle empfehlen wir aus unserem Sortiment die Maschinenstretchfolie 20µ Power 250 %, die Maschinenstretchfolie 23µ Power 250 % oder die Maschinenstretchfolie 23µ Standard 150 %. Welche Variante zu Ihrer Ladung passt, erklären wir im Detail.


Kurz gesagt:

  • Leichte, gleichmäßige Ladungen kommen häufig mit 15 bis 17 µm aus; bei schweren oder kantigen Paletten gelten 20 bis 23 µm als übliche Stärke.
  • Handwicklung eignet sich für einzelne Paletten und kleine Mengen; bei täglich hohem Versandaufkommen senkt eine Maschine den Zeitaufwand und sorgt für gleichmäßigere Spannung.
  • 150 % Vordehnung reicht meist für mittlere Ladungen und kurze Strecken; 250 % spart bei passenden Anlagen Material, während 300 % ein entsprechendes Vordehnwerk voraussetzt.
  • Bei Fernverkehr und Seefracht sichern höhere Vordehnung und zusätzliche Wickellagen länger; im Tiefkühllager muss die Folie elastisch bleiben, im Freien braucht sie Schutz vor ultravioletter Strahlung.
  • Ab 1. Januar 2030 verlangt die EU-Verpackungsverordnung für bestimmte Kunststoffverpackungen mindestens 35 % Rezyklat aus Verbraucherabfällen; bis 2040 steigt die Quote auf 65 %.

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Die passende Stretchfolie gezielt auswählen
Der Konfigurator berücksichtigt Maschine und Einsatzbedingungen, damit Sie passende Folie auswählen und kostspielige Tests sowie Transportschäden reduzieren können.

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Inhaltsverzeichnis

Übersicht der Auswahlkriterien für Stretchfolie

Bevor Sie eine Bestellung auslösen, lohnt sich ein kurzer Blick auf fünf Punkte. Jeder davon verändert, welche Folie am Ende tatsächlich hält, was sie soll, und wie viel Material Sie dafür verbrauchen.

  • Ladungseigenschaften: Gewicht, Form und Kantenschärfe bestimmen die nötige Mindeststärke.
  • Wickelverfahren: Hand oder Maschine, und welches Vordehnungsniveau die Anlage überhaupt erreicht.
  • Transport- und Lagerbedingungen: Feuchte, UV-Einstrahlung, Tiefkühllagerung und Standzeit verändern die Anforderungen an die Folie.
  • Wirtschaftlichkeit: Rollenformat, Ergiebigkeit und Folienverbrauch pro Palette entscheiden über die laufenden Kosten.
  • Nachhaltigkeit und Compliance: Rezyklatanteil und Dokumentationspflichten nach der Verpackungsverordnung gehören mittlerweile fest zur Beschaffung.

Wer diese fünf Punkte vor der Bestellung durchgeht, vermeidet die häufigsten Fehlkäufe: zu dünne Folie bei scharfkantigen Paletten, zu wenig Vordehnung bei Maschinenwicklern, oder Rollen, die nicht zur vorhandenen Anlage passen.

Folienarten (Cast, Blown, Coex) und typische Stärken

Stretchfolie wird im Wesentlichen nach drei Herstellungsverfahren unterschieden, und jedes bringt eigene Eigenschaften mit. Cast-Folie entsteht durch schnelles Abkühlen auf einer Walze und überzeugt durch hohe Transparenz, gute Klebkraft und ruhiges Abrollverhalten. Blown-Folie wird im Blasverfahren hergestellt, ist reißfester und eignet sich besonders für kantige oder unregelmäßige Ladungen. Coex- beziehungsweise Mehrschichtfolien kombinieren mehrere Schichten mit unterschiedlichen Funktionen, etwa eine klebrige Innenseite und eine glatte Außenseite.

  • Leichte, gleichmäßige Ladungen: 15 bis 17 µm reichen häufig aus.
  • Robuste oder kantige Ladeeinheiten: 20 bis 23 µm sind die gängige Praxisregel.
  • Cling-Prinzip: Die Innenseite klebt, die Außenseite bleibt glatt, damit sich die Palette beim Transport nicht an Nachbarpaletten festsetzt.

Profi-Tipp: Bei scharfkantigen Produkten lieber eine Stärke höher wählen oder zusätzlich Kantenschutzwinkel einsetzen, statt die Foliendicke allein zu erhöhen.

Handstretchfolie versus Maschinenstretchfolie: wann was einsetzen

Die Entscheidung zwischen Hand- und Maschinenwicklung hängt direkt vom Palettenvolumen ab, nicht von persönlicher Vorliebe. Wer nur vereinzelt Paletten verschickt, kommt mit Handstretchfolie meist günstiger weg als mit einer Investition in Maschinentechnik.

  1. Einzelpaletten oder geringe Stückzahlen: Handwickeln ist ausreichend und erfordert keine Anlageninvestition.
  2. Massenversand mit täglich vielen Paletten: Maschinenstretchfolie liefert gleichmäßigere Spannung und deutlich höhere Vordehnung.
  3. Personalkosten versus Materialkosten: Maschinen senken den Zeitaufwand pro Palette, Handwickeln senkt die Fixkosten.
  4. Investitionsfreigabe: Erst ab einem bestimmten Palettenvolumen pro Schicht rechnet sich eine Wickelmaschine wirtschaftlich.

Der Unterschied zeigt sich vor allem in der erreichbaren Dehnung.

Vordehnung und ihre Auswirkung auf Verbrauch und Sicherung

Vordehnung beschreibt, wie stark die Folie beim Wickeln mechanisch gestreckt wird, bevor sie auf die Palette trifft. Höhere Vordehnung bedeutet bei vergleichbarer Haltekraft weniger Materialverbrauch, weil sich jede Rolle über eine größere Fläche zieht.

Höhere Vordehnung senkt den Materialverbrauch pro Palette bei gleicher Sicherungswirkung, wie Fachbeiträge zur Palettensicherung beschreiben, vorausgesetzt die Maschine verfügt über ein passendes Vordehnwerk.

Transport- und Lageranforderungen: welche Folie für welche Route

Die Route bestimmt mit, welche Folie Sinn ergibt. Kurzstreckentransporte stellen geringere Anforderungen als Fernverkehr oder Kombinationen aus Straße, Schiene und Seefracht, bei denen Ladungen länger unterwegs sind und mehr Erschütterungen ausgesetzt sind.

  • Kurzstrecke: Standardfolie mit 150 % Vordehnung reicht meist aus.
  • Fernverkehr und Seefracht: höhere Vordehnung und mehr Lagen sichern die Ladung über längere Zeiträume.
  • Tiefkühllagerung: Die Folie muss auch bei niedrigen Temperaturen elastisch bleiben, sonst reißt sie beim Wickeln.
  • Außenlagerung: UV-Stabilität verhindert, dass die Folie vorzeitig verspröd.

Für die Dimensionierung der Ladungssicherung liefert DIN EN 12195-1 die technische Grundlage: Die Norm legt für Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen Beschleunigungsbeiwerte von 0,8 g in Fahrtrichtung und 0,5 g in Quer- und Rückrichtung fest, aus denen sich die erforderlichen Haltekräfte berechnen. Für die interne Freigabe lohnt sich eine kurze Checkliste: Welche Beschleunigungswerte gelten für die Route, welche Vordehnung erreicht die vorhandene Maschine, und liegt ein technisches Datenblatt der Folie vor.

Nachhaltigkeitsanforderungen und ihre Relevanz für Stretchfolien

Die EU-Verpackungsverordnung PPWR verändert die Beschaffung von Stretchfolie spürbar. Ab dem 1. Januar 2030 gilt für bestimmte Kunststoffverpackungen ein Mindestanteil von 35 % Post-Consumer-Rezyklat, der bis 2040 auf 65 % steigt. Zusätzlich verlangt die Verordnung eine Minimierung von Gewicht und Volumen der Verpackung.

  • Rezyklatanteil prüfen: Liegt eine Lieferantenerklärung zum PCR-Anteil vor.
  • Minimierungsnachweis einholen: Entspricht die Foliendicke dem tatsächlich nötigen Schutzniveau.
  • Technisches Datenblatt verlangen: Es dokumentiert Stärke, Vordehnung und Materialzusammensetzung.
  • Freigabeprozess anpassen: PPWR-Dokumente gehören inzwischen zur Standardprüfung vor der Bestellung.

Wer diese Nachweise früh einfordert, spart sich spätere Nachfragen der Compliance-Abteilung und bleibt auf der sicheren Seite, wenn Lieferanten gewechselt werden. Mehr dazu auch in unserem Leitfaden zur PPWR-Compliance.

Typische Beschaffungsfehler und wie Sie sie vermeiden

Die richtige Folienauswahl schützt die Palette vor Beschädigungen

Die häufigsten Fehlkäufe bei Stretchfolie wiederholen sich: zu dünne Folie für die tatsächliche Kantenschärfe, zu niedrige Vordehnung für die vorhandene Maschine, oder ein Rollenformat, das nicht zum Wickler passt. Oft entsteht das, weil die Bestellung nach Erfahrungswerten statt nach den tatsächlichen Maschinendaten erfolgt.

Ein Produktfinder, der nach Maschinentyp, Ladungsprofil und Einsatzbedingung fragt, reduziert genau diese Fehlerquelle. Er zeigt direkt, welche Stärke und Vordehnung zur vorhandenen Anlage passt, bevor eine größere Menge bestellt wird und sich ein Fehlkauf erst im Lager zeigt. Das spart nicht nur Material, sondern auch die Zeit für Rückfragen und Rücksendungen.

— Josip

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Maschinenstretchfolie 20µ – Power  – 250%

Für die meisten Anwendungsfälle führen drei Varianten zum Ziel: Die Maschinenstretchfolie 20µ Power 250 % eignet sich für leichtere, regelmäßige Ladungen mit hohem Durchsatz. Die Maschinenstretchfolie 23µ Power 250 % liefert mehr Reserve bei kantigeren oder schwereren Paletten. Die Maschinenstretchfolie 23µ Standard 150 % passt für mittlere Ladungen ohne besondere Anforderungen.

  • Transparente Preise auf Rohstoffbasis anstelle von Verhandlungsgesprächen.
  • Technische Datenblätter und Lieferantenerklärungen zur Unterstützung der internen Freigabe verfügbar.
  • Bestellung ist bereits ab einer Palette möglich, ohne Mindestmengenverhandlung.

Schauen Sie sich unser gesamtes Sortiment an Hand- und Maschinenstretchfolie an oder vergleichen Sie direkt die Standard-, Power- und Super-Power-Varianten.

FAQ

Welche Unterschiede gibt es zwischen verschiedenen Stretchfolien?

Stretchfolien unterscheiden sich vor allem in Herstellungsverfahren (Cast, Blown, Coex), Foliendicke und erreichbarer Vordehnung.

Wie verwende ich Stretchfolie richtig?

Die Folie wird von unten nach oben um die Palette gewickelt, wobei die unteren Lagen am stärksten überlappen sollten, um die Grundstabilität zu sichern. Die Vordehnung sollte so gewählt werden, dass die Folie fest anliegt, ohne die Ladung zu verformen, und bei Maschinen entsprechend dem Vordehnwerk eingestellt sein.

Was ist der Unterschied zwischen Stretchfolie und Frischhaltefolie?

Stretchfolie ist für die Ladungssicherung auf Paletten konzipiert und deutlich reißfester sowie dehnbarer als Frischhaltefolie, die für den Lebensmittelkontakt im Haushalt gedacht ist. Frischhaltefolie bietet keine ausreichende Zugfestigkeit, um Paletten für den Transport zu sichern.

Welche Alternative gibt es zu Stretchfolie?

Je nach Ladungsart kommen Umreifung oder Schrumpffolie als Alternativen infrage. Umreifung bietet hohe Reißfestigkeit bei formstabilen Ladungen, während Schrumpffolie eine dichte Hülle erzeugt, aber eine Wärmequelle benötigt. Stretchen bleibt dagegen die flexiblere Lösung für unregelmäßige oder wechselnde Ladungen.

Quellen

Empfehlungen